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hosttech Kunde vorgestellt: Marco Hort

Über 100 TV-Auftritte und 7 Weltrekorde – die Geschichte von Marco Hort

hosttech: Du hast es geschafft, dir sage und schreibe 269 Strohhalme in den Mund zu stopfen und so einen neuen Weltrekord aufzustellen. Wie kam es dazu?

Marco Hort: Das Lustige ist, dass ich den Weltrekord nicht explizit gesucht habe. Meine Geschichte startete unerwartet in der Schulzeit. Schon damals war ich gerne der Pausenclown.

Weltrekordhalter Marco Hort mit 269 Strohhalmen im MundEines Tages, ich war 14 Jahre alt, kam ein Schulfreund in der 10 Uhr Pause mit dem Guinness-Buch der Rekorde auf mich zu. Er hatte Jim Purol mit seinem Weltrekord entdeckt: 151 Strohhalme hatte sich der Amerikaner in den Mund gestopft. Das galt es zu toppen. Also ging ich nach der Schule kurzerhand in den Dorfladen und kaufte mir eine Packung Strohhalme. 400 Stück kriegte ich in den Mund. Damals waren das noch die dünnen Strohhalme. Ich meldete mich spontan beim Guinness-Buch der Rekorde an. Ein halbes Jahr später erhielt ich die Nachricht, dass mein Rekord anerkannt sei und sie mich gerne in die Sendung «Guinness – Die Show der Rekorde» im ARD mit Reinhold Beckmann einladen möchten.

Marco Hort mit 269 Strohhalmen im Mund

Wie ging es weiter?

Im Jahr 2003 wollte das Guinness-Buch der Rekorde mein Bild mit den Strohhalmen als Aufhänger weltweit verwenden. Sie setzten Fotos von mir in Buchgeschäften, auf Plakaten, in großen Magazinen und sogar in Kinofilmen ein. Das Buch hatte eine Auflage von etwa 200 bis 300 Millionen Exemplaren und so war ich in über 50 Ländern vertreten. Von dem wusste ich allerdings nichts, bis sich eines Tages ein Schwede bei mir meldete und mich fragte, ob mir bewusst sei, dass ich in Schweden im Fernsehen zu sehen sei (lacht).

Mein Vater reiste damals durch Australien. Er meinte zu mir, er könne an keinem Buchladen vorbeigehen, ohne ein Foto von mir zu sehen. Das machte mich schon stolz.

Das tönt nach einem Zapfen Geld.

Ich musste meine Rechte abtreten, das ganze Geld floss also zum Guinness-Buch der Rekorde. Zwar habe ich nichts verdient, aber mir wurde bei meinen Auftritten alles bezahlt. Ich durfte in den tollsten Suiten übernachten und habe so mit meiner Freundin coole Wochenenden erlebt. Ich bin sehr dankbar für diese coole Zeit. Die Emotionen, welche ich erleben durfte, kann mir kein Geld der Welt bezahlen. David Copperfield, Bon Jovi – ich durfte so viele Promis kennenlernen und die Welt bereisen. Es war einfach eine geile Zeit!

Um diesen Weltrekord aufzustellen, musstest du deinen Mund auf eine unglaubliche Größe dehnen. Wie hast du das geübt?

Alle Strohhalme zusammen hatten einen Durchmesser von einer CD. Damit ich die Strohhalme in meinen – nicht außerordentlich großen – Mund verstauen konnte, band ich immer 50 Strohhalme zu einem Bund zusammen. Dann klebte ich mehrere dieser Bunde zusammen und befestigte sie am hinteren Ende, damit sie nicht raus spicken.

Ich habe den Strohhalm-Bund immer zuerst in die linke Backe gedrückt, mit den Zähnen festgehalten und dann den Rest des Bundes im Mund verstaut. Wichtig war, dass ich mit den Zähnen darauf biss, damit die Strohhalme nicht raus spickten.

Das ist nicht ganz schmerzfrei. Anfangs habe ich mir immer die Mundwinkel aufgerissen und ab und zu den Kiefer ausgehängt. Einmal passierte das sogar während eines Live-Auftritts bei Anke Engelke bei SAT.1. Aus Reflex habe ich mir den Kiefer selbst wieder eingehängt. Das ist sehr schmerzhaft.

Ein Magazin betitelte dich eines Tages als «Rohrminator». Wie sah eine Show des Rohrminator aus?

Es war eine ganz spezielle Show. Die Bühne war in dunkles Licht getaucht und mit Rauch umnebelt. Im Hintergrund lief Terminator Musik. Zuerst kniete ich am Boden, stand dann langsam auf und bewegte mich zum Bühnenrand. Eine Assistentin kam auf die Bühne und gab mir die Strohhalme, während ich meine Choreografie zu «Played-A-Live» von Safri Duo vorführte. Als alle Strohhalme im Mund versorgt waren, ging ich ins Publikum, damit sie mir noch weitere Strohhalme in den Mund stopfen konnten. Zurück auf der Bühne ertönte zum Finale ein Löwengeräusch. Die Show dauerte nur ca. fünf Minuten, doch diese fünf Minuten hatten es in sich.

Vom «Rohrminator» zum Bauchredner

Zehn Jahre standst du als «Rohrminator» auf der Bühne und hast insgesamt sieben Weltrekorde aufgestellt. Irgendwann kam der Zeitpunkt, als du aufhören wolltest. Doch es kam ganz anders.

Mein größtes Highlight war mein Auftritt bei RTL in der Samstagabendshow «Die größten Weltrekorde», als ich mit David Copperfield, meinem damaligen Rekordpaten, Oliver Geissen und allen Stars auf dem Sofa gesessen bin. 2’000 Menschen im Publikum, rund 8 Mio. Einschaltquote. Oliver Geissen fragte mich damals, wie viele Weltrekorde ich noch machen will. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es der Letzte sein wird.

Denn als ich eines Tages als «Rohrminator» auf der Bühne stand, saß der bekannte Clown Trac unter den Zuschauern. Nach der Show kam er auf mich zu und sagte zu mir, wir sollten uns mal treffen. Er wolle mir zeigen, wie ich meine Mimik und Gestik noch etwas verbessern könnte. Während dem Privatunterricht meinte er plötzlich zu mir, ich solle doch Bauchreden. Ich war völlig perplex und fragte mich, wie er darauf käme. Er meinte nur zu mir, dass er irgendwie im Gefühl hätte, dass ich das kann. Also lernte ich es.

Danach erreichte dich eine traurige Nachricht.

Ein halbes Jahr später erreichte mich seine Todesanzeige. In diesem Moment hatte ich irgendwie das Gefühl, er wollte mir etwas mitgeben.

Das bestätigte sich vor zwei Jahren, als ich bei einer medialen Beratung war. Die Frau wusste nichts von mir. Auf einmal bekam sie wässerige Augen und sagte, dass neben mir ein wunderschöner Clown stehe. Sie fragte mich, ob ich einen Bezug zu einem Clown habe und ich meinte ja, Clown Trac hat mir damals den Weg zum Bauchreden gezeigt. Das ist mir sehr eingefahren.

Also startest du mit deinem eigenen Programm als Bauchredner an einem Militäranlass.

Ich war einer der jüngsten Bauchredner der Schweiz und durfte am größten Militäranlass der Schweiz auftreten! Prominente Persönlichkeiten sassen damals im Publikum. Ich sprang komplett ins kalte Wasser, aber die Medien wurden auf mich aufmerksam.

Von da an war ich sieben Jahre mit diesem Bauchrednerprogramm unterwegs. Als ich eines Tages einen Bericht über mein Vorbild Marco Rima in einem Magazin gelesen habe, beschloss ich kurzerhand, Andy Gaw, den Autor von Marco Rima, zu kontaktieren. Tatsächlich rief er mich zurück und wir telefonierten über eine Stunde. Er sagte zu mir, dass er zwei Wochen später Marco Rima treffen werde und ich ebenfalls vorbeikommen solle. Also stand ich an besagtem Samstag um 10 Uhr vor dem Haus von Marco Rima.

Wir haben zusammen gefrühstückt. Alles war so surreal! Nach diesem Gespräch reiste ich mit Andy eine Woche nach Berlin und schrieb zusammen mit ihm mein neues Comedy-Programm. Gewisse Elemente meines Programmes durfte ich auch von einem ehemaligen Comedy-Freund übernehmen und habe diese mit neuen Elementen ergänzt.

Sprechen wir mal über deine Puppe Josephine. «Josephine ist süß, eine Besserwisserin, frech und nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit ihrer Art lässt sie die Herzen der Gäste höherschlagen.» So wird sie auf deiner Website beschrieben. Doch es gibt zwei Figuren, die Josephine verkörpern.

Josephine mit den weißen Haaren war von Anfang an die Hauptakteurin. Sie tritt immer noch auf und sie kommt beim Publikum fast besser an, weil sie frecher ist. Die neue Josephine hingegen ist größer und sticht durch ihre Markenzeichen hervor: der Irokese, die blauen Augen und die weißen Haare. Sie ist zwar eine Madame und trotzdem hat sie einen frechen Touch.

Marco Hort mit Josephine Junior Marco Hort mit Josephine
Marco Hort mit Josephine Junior Marco Hort mit Josephine

Fotograf: www.patrick-kunz.com

Weitere Showfiguren von Marco Hort gibt es auf seiner Website: www.comedy-show.ch

Doch nicht nur Bauchreden ist eine Kunst, die du beherrschst. Du bringst dein Publikum auch mit Gags, Sketchen und Parodien zum Schmunzeln. Was reizt dich an dieser Leidenschaft?

Mich reizt, dass ich den Menschen etwas mitgeben kann. Auch als ich zehn Jahre lang als Betreuer mit schwerstbeeinträchtigten Menschen gearbeitet habe, konnte ich ihnen ein Lachen auf die Lippen zaubern. Ich finde, das ist das Schönste an dieser Berufung. Ich war nie ein Materialist. Auch jetzt besitze ich nur zwei Bananenkisten mit Andenken von früher und sonst nichts. Ich liebe den Minimalismus und mache gerne aus wenig etwas Schönes. Im Denken war ich schon immer groß und im Leben klein.

Zudem liebe ich die Vielseitigkeit. Deshalb habe ich auch ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, einer Publikumsnummer, Parodien, Bauchreden-Einlagen mit Josephine und musikalischen Highlights zusammengestellt.

Und dann kam Corona

Was steht bei dir zurzeit an?

Einen Genickbruch erhielt ich durch Corona. Ich musste mir überlegen, ob ich noch weitermachen will. Irgendwie hatte ich keine Energie mehr, da ich das Programm so lange nicht mehr gespielt hatte. Trotzdem wäre es schade, wenn ich einfach alles aufgeben würde. Also entschied ich mich, Comedy nur noch als Passion zu machen. Quasi als Hobby.

Du hast viele Ideen für weitere Projekte, bei denen wir dich mit unserem Webhosting und vielen Domains unterstützen dürfen. Du bist ein langjähriger Kunde von hosttech.

Ich bin schon seit 2004 Kunde bei euch. Im 2003 war die Zeit des Weltrekords und da ich dort eine Website benötigte, suchte ich einen guten Anbieter und stieß auf euch :-). Seither bin ich ein sehr zufriedener Kunde.

Was mir an hosttech gefällt ist die Flexibilität, welche ihr an den Tag legt. Ihr habt einen frechen Touch, seid zuverlässig und passt farblich natürlich perfekt zu Josephine :-). Zudem stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis und der Kundendienst ist absolut top. Technisch komme ich jeweils relativ schnell an den Anschlag. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Techniker ich bei hosttech schon beansprucht habe, aber ich habe jedes Mal eine kompetente Antwort erhalten! Dafür bin ich sehr dankbar.

Macht weiter so, ich finde euch top!

Danke für die lieben Worte und das Interview, lieber Marco Hort.

Marco Hort hat uns in unserem Datacenter DATAROCK besucht:



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